BARC-Studie zur Wahrnehmung der Datenqualität bei Anwendern von SAP-Systemen
21.12.2009 10:14
Eine aktuelle BARC-Studie belegt, dass deutsche Unternehmen dem Thema Datenqualität in SAP- und anderen Systemen eine wachsende Bedeutung bescheinigen. Für die Studie befragte BARC über 100 deutsche Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen, die SAP-Systeme einsetzen.
Ein Großteil der Befragten zeigt sich über den aktuellen Stand der unternehmenseigenen Datenqualität beunruhigt und ist überzeugt, dass eine schlechte Datenqualität die Wertschöpfung aus den SAP-Systemen negativ beeinflusst. Dennoch gehen über 90 Prozent der Befragten das Thema Datenqualität nicht systematisch an.
Standen bislang meist Adressdaten im Fokus der Datenqualität, hat sich mittlerweile bei den Unternehmen ein Bewusstsein für die Bedeutung der Qualität weiterer Daten entwickelt. So erachten die befragten Unternehmen neben den klassischen Adressdaten auch die Finanzdaten (zu 75 Prozent), die Produktdaten (zu 43 Prozent) oder die Materialdaten (zu 43 Prozent) als wichtig. Die Kundendaten gelten zu 59 Prozent als wichtig, die Mitarbeiterdaten zu 26 Prozent, andere Daten zu 4 Prozent. Auf die Frage, inwieweit die Unternehmen der Qualität dieser Daten aus ihrer SAP-Umgebung vertrauen, geben jedoch nur 40 Prozent an ein „hohes“ Vertrauen zu haben, weitere 47 Prozent zeigen sich „durchschnittlich vertrauensvoll“ und 7 Prozent setzen wenig Vertrauen in die Daten (6 Prozent hatten dazu keine Meinung).
83 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass eine schlechte Datenqualität die Wertschöpfung ihrer SAP-Systeme negativ beeinflusst (17% gehen nicht davon aus). 72 Prozent beobachten daraus rewsultierend eine sinkende Mitarbeiterzufriedenheit, 63 Prozent sinkende Kundenzufriedenheit, 53 Prozent weisen auf einen damit verbundenen Anstieg von Kosten hin und 23 Prozent glauben, dass das volle Umsatzpotenzial aus diesem Grund nicht voll ausgeschöpft werden kann.
Timm Grosser, verantwortlicher Analyst für Data Warehousing bei BARC meint: „Die Studie zeigt, dass Datenqualität zunehmend als wichtig erachtet wird, auch wenn noch viel Nachholbedarf bei Unternehmen besteht. Initiativen wie Data-Governance oder Business-Intelligence-Competence-Center können hier wirkungsvoll unterstützen.“
Die Studie zeigt, dass den Anwendern die hohe Bedeutung von Datenqualität durchaus bewusst ist, sich ein systematisches Datenqualitätsmanagements jedoch noch nicht auf breiter Ebene etablieren konnte. So planen derzeit 47 Prozent der Befragten keine Aktivitäten zur Verbesserung ihrer Datenqualität und über 72 Prozent der Unternehmen bereinigt seine Daten über selbst erstellte Scripts Inhouse – ein Indiz dafür, dass das hohe Potential, welches im Einsatz professioneller Datenqualitätslösungen steckt, bislang nicht richtig erkannt wurde. Denn: aktuelle Datenqualitätswerkzeuge bieten maßgeschneiderte Mechanismen zur Analyse, Bereinigung und Kontrolle länder- und domänenübergreifender Daten, wie Finanz-, Material- oder Produktdaten. Zunehmend werden diese Werkzeuge auch durch Lösungen für das Stammdatenmanagement ergänzt. Doch nicht nur technologisch, sondern auch organisatorisch fordert Datenqualität Verantwortung aus Fachbereich und IT. Idealerweise, da stimmen BARC und DataFlux überein, sollte das Thema Datenqualität als unternehmensübergreifende, strategische Aufgabe verstanden werden, die alle Mitarbeiter des Unternehmens betrifft. In 56 Prozent der befragten Unternehmen wird das Thema Datenqualität bislang abteilungsübergreifend angegangen.
Weiterführende Informationen sowie die vollständige Studie erhalten Sie nach kostenloser Registrierung und Anmeldung hier. (am)
