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Cloud-Anbieter für den deutschen Markt im Analystenvergleich

(ef)

20.04.2010 18:29

Studie Cloud-Anbieter von Experton

Microsoft scheint für den Sprung in Wolke gerüstet.

Cloud-Computing schickt sich an, den IT-Sektor grundlegend zu verändern. IT als Service, der über das Internet bezogen wird, steckt jedoch noch in den Kinderschuhen. Angesichts der Geschäftsaussichten ringen zahlreiche Anbieter mit allen Marketing-Mitteln um gute Startpositionen, was für Unternehmen die Auswahl eines Providers erschwert. Eine von der Experton Group verfasste Studie bewertet die wichtigsten Player für den deutschen Markt.

Wie die Studie (PDF) zeigt, haben für IT-Verantwortliche Cloud-Angebote an Attraktivität gewonnen, weil die Unternehmens-IT nach dem Sparzwang der letzten Jahre im Vergleich zu den modernen Cloud-Rechenzentren hinsichtlich Effizienz weiter zurückgefallen sind. Vom Umstieg auf Cloud-Dienste versprechen sich Unternehmen daher besseren Service und die Reduktion von Kosten. Dabei verschieben sich die Ausgaben von Investitionen (CAPEX) zu laufenden Betriebskosten (OPEX).

Pioniere versus etablierte Enterprise-Lieferanten

Die Vorreiter und führenden Anbieter des Cloud-Computing kommen aus den USA und verfolgen ein globales Geschäft, ohne dabei allzu sehr auf länderspezifische Gegebenheiten einzugehen. Als Vorreiter und Marktführer gilt Amazon, das die Experton-Analysten daher wenig überraschend in ihrem Quadranten als Anbieter mit dem interessantes Portfolio und der größten Wettbewerbsstärke einstufen.

Allerdings haben die großen Enterprise-Lieferanten mittlerweile aufgeholt, besonders Microsoft und IBM haben Unsummen in neue Rechenzentren gepumpt. Sie genießen den Vorteil langer Geschäftsbeziehungen mit vielen Firmen und ein daraus resultierendes Vertrauensverhältnis. Gerade bei Cloud-Computing und der damit einhergehenden Verunsicherung ist das ein Pfund, mit dem sie wuchern können.

Die entscheidende Frage für viele CIOs ist mittlerweile nicht mehr, ob sie ihre Daten einem Cloud-Provider anvertrauen wollen, sondern vielmehr, wie sie sie im Notfall wieder zurück ins eigene Rechenzentrum bekommen. Daher sind traditionelle IT-Hersteller wie IBM und Microsoft im Vorteil, wenn sie Software und Service so kombinieren, dass ihre Produkte wahlweise intern oder in der Cloud betrieben werden können.

Heimvorteil für deutsche Anbieter

Den meisten Mittelständlern ist besonders wichtig, dass die Cloud-Provider ihre Rechenzentren in Deutschland betreiben. Neben häufig irrationalen Aspekten hinter dieser Forderung hat sie eine handfeste Grundlage in möglichen Verstößen gegen den national geltenden Datenschutz, wenn die Informationen in Ländern verarbeitet werden, die etwa Geheimdiensten großzügige Rechte einräumen.

Beim Mittelstand kommt oft noch hinzu, dass sie im Streitfall mit einem Gerichtsstand in den USA oder in Irland schlechter zurechtkommen als Konzerne, die in diesen Ländern eigene Niederlassungen betreiben. Aber selbst ein Gerichtsstand in Deutschland kann sich als wenig hilfreich erweisen, wenn die großen Anbieter ihre AGBs ausschließlich in Englisch anbieten. Experton rät ausschließlich zu deutschen Verträgen, weil sie sonst im Streitfall erst für das Gericht übersetzt werden müssten und sich dadurch Interpretationspielräume ergeben.

Gerade diese rechtlichen Rahmenbedingungen kommen deutschen Anbietern entgegen. Als Vertreter aus diesem Kreis nahm Experton neben der Deutschen Telekom auch Pironet NDH oder die Bertelsmann-Tochter Nionex in den Vergleich auf. Die ersten beiden schneiden als Partner des Mittelstands gut ab. (Wolfgang Sommergut)


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